Alle Artikel in: Aktuell

Programm September bis Dezember 2018

Was hat der Mensch mit dem Kosmos zu tun? Seminar. Leitung: Dr. Gerhard Stamer 10 x Mittwoch: 10:00 Uhr 12.9./19.9./26.9./10.10./17.10./24.10./7.11./14.11./21.11/28.11 FZH Lister Turm, Walderseestraße 100 € 150,- Als Urknall wird in der Kosmologie der Beginn des Universums, also der Anfangspunkt der Entstehung von Materie, Raum und Zeit bezeichnet. Er ereignete sich vor etwa 13,8 Milliarden Jahren. Das ist der allgemeine Stand der Wissenschaft. Haben wir Menschen damit etwas zu tun? Unser Leben spielt sich im Rahmen unseres Planeten Erde und seiner Natur ab. Oder noch konkreter: Innerhalb der Gesellschaft oder der Kultur, in der wir leben. Geographisch gesehen: Häufig nur in einer bestimmten Region. Zeitlich gesehen: Nur in einer bestimmten Epoche. Jedenfalls: Die Dauer unserer individuellen Existenz ist ein Plinkern in der Dimension des Weltalls. Aber dennoch: Ohne Frage verdanken wir unser Dasein der Existenz des Kosmos. Deshalb interessiert es nach wie vor: Was haben wir mit ihm konkret in unserem Leben zu tun? In unserem Kurs wollen wir uns mit 2 Büchern beschäftigen, die sich genau damit befassen; das eine aus unserem Jahrhundert, das …

Hannah Arendt Die Freiheit, frei zu sein

Dr. Gerhard Stamer wird den Text kurz vorstellen und zur Diskussion aufbereiten. Kulturzentrum Faust, Linden-Nord, Der Nachbarin Café Di 3. April 2018, 19:00 Uhr, Eintritt: € 5,- Der Essay Die Freiheit, frei zu sein stammt aus dem Jahre 1967 und ist gerade erstmals veröffentlicht worden. Hannah Arendt war zu der Zeit Professorin in den Vereinigten Staaten. Der Titel dieses Essays ist zunächst verwirrend, meint man ja, dass Freiheit darin besteht, frei zu sein. Es scheint sich um eine tautologische Verdoppelung zu handeln. An diesem Abend kommt es mir darauf, den tieferen Sinn des Titels herauszuarbeiten, denn es gibt ihn. Der Sinn enthüllt sich in der Analyse und Reflexion, die Hannah Arendt auf die Revolutionen der Neuzeit anstellt. Eine immer noch hochaktuelle Studie, auch wenn gegenwärtig nichts nach Revolution aussieht.

Wenn der Atheist Gott sagt

Wer eine personale Beziehung zu Gott für möglich hält, vielleicht sogar erlebt, in der Andacht, beim Gebet, wird die philosophische Betrachtung als kalt empfinden. Aber sie ist alles andere als atheistisch. Wenn der Atheist Gott sagt, hat er schon viel zu viel gesagt. Er beweist damit, das denken zu können, woran ein Gläubiger glaubt, nämlich Gott. Gott ist der Ausdruck für eine Potenz, auf die der Anfang der Welt zurückgeführt wird und die strukturierend in dem Ganzen der Welt wirkt. Beides ist rational nicht abzuweisen, weder der Gedanke, dass die Welt einen Anfang hat, noch die Ansicht, dass sie einen Zusammenhang bildet, der über eine unvorstellbare Zeit Bestand hat. Die Ablehnung einer speziellen Religion macht den Atheismus zu keiner logisch zwingenden Position. Der Mangel an Bewunderung für Natur und Kosmos ist keine Auszeichnung.

Programm Mai bis Juni 2017

Hegel, Phänomenologie des Geistes Leitung: Dr. Gerhard Stamer 8 x Mittwoch: 3.5./10.5./17.5./24.5./31.5./7.6./14.6./ 21.6.; 10:00-12:00 Uhr FZH Lister Turm, Walderseestr. 100 € 120,- Das Kapitel über die Vernunft, mit dem wir uns in diesem Seminar beschäftigen werden, ist ein weiterer Schritt in der Erkenntnis des Geistes über die sinnliche Gewissheit, die gegenständliche Wahrnehmung, die Erkenntnis von Gesetzen in der Natur vorwärts bis zum Selbstbewusstsein als dem tätigen Zentrum aller Erkenntnis. Platon. Der Dialog Gorgias Leitung: Brigitte Berges und Dr. Gerhard Stamer 7 x Donnerstag: 4.5./11.5./18.5./1.6./8.6./15.6./22.6.; 19:00-21:00 Uhr FZH List er Turm, Walderseestr. 100 € 105,- Gorgias ist neben Protagaras der berühmteste Sophist, Weisheitslehrer und Rhetoriker im antiken Griechenland. Über die zunächst unverfänglich scheinende Frage des Sokrates, was es sei, was der Rhetoriker tut, entspinnt sich eine Debatte über die Grundlagen der attischen Polis, über Recht und Wahrheit jeder menschlichen Gemeinschaft. Solch eine Auseinandersetzung ist auch noch heute aktuell. Textausgabe: Platon, Gorgias, übersetzt von Michael Erler. Kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Theo Kobusch. Stuttgart (Reclam RUB 18996) 2014. Club der lebenden Denker Kulturzentrum Faust, Linden-Nord, …

Die paradoxe Identität von Politik und Moral bei Karl Marx

Vortrag Dr. Gerhard Stamer Bamberg Hegelwochen 12. Mai 2011 Meine Damen und Herren, In diesem Vortrag geht es mir nur um eine These, mehr nicht. Ich möchte Ihnen darstellen, wie es gekommen ist, daß eine Theorie, deren innerster Impuls Moral und Humanität ist, im Verlaufe der Praktizierung, die sich auf diese Theorie berief, in das Gegenteil, in Inhumanität und Barbarei hat umschlagen können. Ich möchte Ihnen dies darstellen und zugleich, daß der Grund für diese Perversion weitgehend darin bestand, daß die Moral in die Politik aufgehoben wurde.