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Programm Mai – Juli 2018

Neue Adresse:
Institut für Praktische Philosophie / Dr. Gerhard Stamer
Alte Herrenhäuser Straße 26 30419 Hannover
Telefon 0511 3946 307 stamer@stamer-re ex.de www.stamer-re ex.de
Sparkasse Hannover (SPKHDE2HXXX) IBAN: DE71 2505 0180 0000 1218 19

 

Club der lebenden Denker
08.05. 05.06. 03.07.2018
Die Abendende finden  ab Mai jeden ersten Dienstag des Monats statt, wenn es kein Feiertag ist: also am 8. Mai, am 5. Juni, am 3. Juli. Die Referenten und Themen werden rechtzeitig bekannt gegeben.
08.05.
»1968 — Die Zeit des Möglichen.« So lautet ein Titel in der internationalen Zeitschift               »Lettre«. Anknüpfend an diesen Artikel und dieses Motto, wird Gerhard Stamer, der
engagiert dabei war, versuchen, das Ereignis aus heutiger Sicht einzuschätzen.
Kulturzentrum Faust, Der Nachbarin Café, Zur Bettfedernfabrik 3, 30451 Hannover
19 Uhr, Seminargebühr ··············· 5 €

 

Y. N. Harari »Homo Deus«
15.05. 29.05. 05.06 12.06. 19.06.2018
Leitung Dr. Rüdiger Rimpler
»Homo Deus« enthält vielerlei hochbrisante Gedanken zu aktuellen Fortschritten in Wissenschaft und Technik sowie zu den möglichen Zukunftsperspektiven für die Weiterentwicklung der Menschheit.
Es kann auch als eine Studie zur geistigen Situation unserer Zeit verstanden werden, mit der wir uns kritisch auseinandersetzen.
Stadtteilzentrum Lister Turm, Walderseestraße 100,
19 Uhr, Eintritt ··············· 50€

 

Was Darwin fehlt, aber Kant hat — Kant, Kritik der Urteilskraft, §§ 82 bis 91
02.05. 09.05. 16.05. 23.05. 30.05. 06.06. 13.06. 20.06. 27.06. 04.07. 11.07. 18.07.2018
Leitung Dr. Gerhard Stamer
In diesem Seminar werden wir uns mit Kants Naturbegriff auseinandersetzen: Warum geht die Natur in Naturwissenschaft nicht auf? Was hat die Ästhetik mit der Natur zu tun? Welche Rolle spielt die Freiheit in Bezug auf die Natur? Wie ist die Evolution der Arten in die der Natur insgesamt eingebettet? Und kann man vom Menschen als dem Endziel der Evolution sprechen?
Stadtteilzentrum Lister Turm, Walderseestraße 100, 10—12 Uhr
Seminargebühr ··············· 180 €

 

Rückblick auf den Menschen?
03.05 17.05 24.05. 31.05. 07.06. 14.06. 21.06. 28.06. 05.07. 12.07.2018
Leitung Dr. Gerhard Stamer
Globalisierung, Digitalisierung, Big Data, Flüchtlingsströme, Aufrüstung, Kriege und dann noch die Transhumanisten, die von der Zeit nach dem Menschen sprechen, obendrein das dumme Gerede von der postfaktischen Zeit: Der Blick auf die Welt schockt! Ist was gegen den ganzen Spuk zu machen? Experten zucken die Achseln: Der Zug ist längst abgefahren. Was lassen sich die Menschen gefallen? Wann rasten sie aus? Besitzen die Menschen ein rationales Widerstandspotential gegen den Horror? Dieses Seminar ist eines über die Wirklichkeit und Möglichkeit des Menschen und der Menschlichkeit. Was haben Philosophen des 20. Jahrhunderts darüber gedacht?
03.05. Bruno Snell, »Die Entdeckung der Menschlichkeit und unsere Stellung zu den Griechen«. 1946 17.05. Hannah Arendt, »Vita activa oder Vom tätigen Leben«. 1960
24.05. Arnhold Gehlen, »Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt«. 1940
31.05. Helmut Plessner, »Die Stufen des Organischen und der Mensch«. 1928
07.06. Max Scheler, »Die Stellung des Menschen im Kosmos«. 1928
14.06. Karl Löwith, »Natur und Humanität des Menschen«. 1957
21.06. Michael Theunissen, »Selbstverwirklichung und Allgemeinheit«. 1982
28.06. Martin Heidegger, »Brief über den Humanismus«. 1947
05.07. Hans Jonas, »Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation«. 1979
12.07. Jürgen Habermas, »Die Zukunft der menschlichen Natur — Auf dem Weg zu einer liberalen Eugenik?«. 2001
Stadtteilzentrum Lister Turm, Walderseestraße 100, 30177 Hannover
19—21 Uhr Eintritt pro Abend················· 8 €

 

Hannah Arendt Die Freiheit, frei zu sein

Dr. Gerhard Stamer wird den Text kurz vorstellen und zur Diskussion aufbereiten.
Kulturzentrum Faust, Linden-Nord, Der Nachbarin Café
Di 3. April 2018, 19:00 Uhr, Eintritt: € 5,-
Der Essay Die Freiheit, frei zu sein stammt aus dem Jahre 1967 und ist gerade erstmals veröffentlicht worden. Hannah Arendt war zu der Zeit Professorin in den Vereinigten Staaten. Der Titel dieses Essays ist zunächst verwirrend, meint man ja, dass Freiheit darin besteht, frei zu sein. Es scheint sich um eine tautologische Verdoppelung zu handeln. An diesem Abend kommt es mir darauf, den tieferen Sinn des Titels herauszuarbeiten, denn es gibt ihn. Der Sinn enthüllt sich in der Analyse und Reflexion, die Hannah Arendt auf die Revolutionen der Neuzeit anstellt. Eine immer noch hochaktuelle Studie, auch wenn gegenwärtig nichts nach Revolution aussieht.

Wenn der Atheist Gott sagt

Wer eine personale Beziehung zu Gott für möglich hält, vielleicht sogar erlebt, in der Andacht, beim Gebet, wird die philosophische Betrachtung als kalt empfinden. Aber sie ist alles andere als atheistisch.
Wenn der Atheist Gott sagt, hat er schon viel zu viel gesagt. Er beweist damit, das denken zu können, woran ein Gläubiger glaubt, nämlich Gott. Gott ist der Ausdruck für eine Potenz, auf die der Anfang der Welt zurückgeführt wird und die strukturierend in dem Ganzen der Welt wirkt. Beides ist rational nicht abzuweisen, weder der Gedanke, dass die Welt einen Anfang hat, noch die Ansicht, dass sie einen Zusammenhang bildet, der über eine unvorstellbare Zeit Bestand hat. Die Ablehnung einer speziellen Religion macht den Atheismus zu keiner logisch zwingenden Position. Der Mangel an Bewunderung für Natur und Kosmos ist keine Auszeichnung.

Die Idee der Gerechtigkeit

Die Idee der Gerechtigkeit.

Die Gerechtigkeit ist ein einziges Dilemma. Gerechtigkeit ist die Idee der Gleichheit. Aber es gibt keine Gleichheit. Alle Individuen sind verschieden. Gleichheit wäre die Negation der Individualität.
Wäre also paradoxerweise die Ungleichheit die Gerechtigkeit? Das kann nicht sein, denn dann gäbe es kein menschliches Gemeinwesen. Ein Gemeinwesen besteht in dem, was den Einzelnen gemein, also gleich ist. Wo ist der Ausgang aus dem Dilemma? Welche Grenze hat die Gleichheit? Worin bin ich gleich mit anderen? Worin ungleich? Wo darf ich´s sein? Was ist gerecht?
Darüber diskutieren wir am kommenden Donnerstag, 22.2., wie immer FZH Lister Turm, Walderseestraße 100, 19:00 -21:00 Uhr, € 8,-
Leitung: Dr. Gerhard Stamer

Programm Januar bis März 2018

 

Martin Heidegger und die Gelassenheit des Denkens
Leitung: Dr. Rüdiger H. Rimpler
5 x Dienstag: 16.1./30.1./13.2./27.2./13.3.
19:00 -21:00 Uhr
FZH Lister Turm, Walderseestraße 100
€ 75,-
„Der heutige Mensch ist auf der Flucht vor dem Denken. Diese Gedankenflucht ist der Grund für die Gedankenlosig-keit. Zu dieser Flucht vor dem Denken gehört es aber, dass der Mensch sie weder sehen noch eingestehen will.“.
Mit Gedanken wie diesen wirkte Martin Heidegger prägend auf Denkerinnen und Denker wie z.B. Hannah Arendt, Jean-Paul Sartre oder Michel Foucault. Seine biographischen Verstrickungen in der NS-Zeit machen Heidegger jedoch auch zu einem der umstritten-sten Philosophen des 20. Jahrhunderts.
In diesem Seminar werden wir uns daher kritisch mit Heideggers Denken und Biographie auseinandersetzen, um einerseits seinen philosophischen Ansatz besser zu verstehen und andererseits dar-aus Rückschlüsse für unsere eigene Gegenwart zu ziehen. Grundla-ge dafür ist die Lektüre eines Vortrages von 1955 mit dem Titel „Gelassenheit“, darin Heidegger seine Kultur- und Technikkritik deut-lich macht.
Lektüretext: Gelassenheit. Heideggers Meßkircher Rede von 1955, Verlag Karl Alber, 2014 (ISBN: 978-3-495-48670-2)

Kant, Kritik der Urteilskraft
Leitung: Dr. Gerhard Stamer
9 x Mittwoch: 17.1./24.1./31.1./7.2./14.2./21.2./28.2./7.3./14.3.;
10:00 -12:00 Uhr
FZH Lister Turm, Walderseestraße 100
€ 135,-
In diesem Seminar werden wir uns mit Kants Naturbegriff ausein-andersetzen:
Was ist Natur? Wie ist das Verhältnis des Menschen zur Natur? Warum geht die Natur in Naturwissenschaft nicht auf? Welche Rol-le spielt die Freiheit in Bezug auf die Natur? Inwiefern kann man von einer Naturordnung sprechen?

Was sind Ideen?
Leitung: Dr. Gerhard Stamer
8 x Donnerstag: 18.1./25.1./8.2./15.2./22.2./1.3./8.3./15.3.;
19:00 -21:00 Uhr
FZH Lister Turm, Walderseestraße 100
pro Abend: € 10,-
Anhand von 8 Ideen wollen wir ergründen, was Ideen sind. Jeden Abend nehmen wir uns eine vor:
Wahrheit / Freiheit / Leben / Liebe / Gerechtigkeit / Gott / Existenz / Welt
Jeden Abend eine Idee in angegebener Folge
Dazu werfen wir einige Frage auf wie:
•    Woher kommen Ideen?
•    Welche Gültigkeit haben Ideen?
•    Welche Rolle spielen sie in der Geschichte?
•    Geht es ohne Ideen?
•    Wie werden sie in der Philosophie definiert?
Nach einführendem Kurzreferat wird die Diskussion eröffnet.

 

Club  der lebenden Denker
Kulturzentrum Faust, Linden-Nord, Der Nachbarin Café
Dienstag, dem 6.3.2018 um 19 Uhr, Eintritt: € 5,-
Die Zukunft des Menschen im digitalen Zeitalter bei Y. N. Harari
Einführung Dr. Rüdiger Rimpler
In seiner Rede „Will the future be human“ auf dem WEF 2018 warnte Y.N. Harari vor einer künftigen „Digitalen Diktatur“, die nicht nur über das Leben der Menschen, sondern über alles Leben auf diesem Planeten einmal bestimmen könnte. Als Korrektiv gegen den gegenwärtigen Trend zur Monopolisierung von Big Data und den beliebigen Umgang insbesondere mit biometrischen Daten, sieht er eine Regulierung der Eigentumsrechte an den eigenen Daten. Die Debatte dürfe jedoch nicht allein der Politik überlassen werden, da diese oft „nostalgische Vorstellungen“ von der Zukunft hätten, welche sie den Menschen einfacher verkaufen könnten als die sozusagen harte Wahrheit.
Meine These: Die von Harari aufgezeigte Problematik hat eine philosophisch wie kulturgeschichtliche Dimension, die allein durch eine Diskussion über die Regulierung der Eigentumsrechte an digitalen und insbesondere biometrischen Daten nicht zu lösen ist.

Mit einem Verweis auf Heideggers Gedanken zur Gedankenlosigkeit unserer Zeit, möchte ich abschließend darlegen, warum einerseits gerade Meditation eine geeignete Form von Besinnung sein könnte, die neben konkreten gesellschaftspolitischen Überlegungen als Korrektiv gegen die von Harari aufgezeigten Tendenzen dienen kann. Andererseits möchte ich zumindest andeuten, inwiefern der von Heidegger und Adorno gleichermaßen unternommene Versuch, die Subjekt-Objekt Spaltung zu unterlaufen es de facto zu einer Auflösung der neuzeitlichen Subjektivität und Individualität kommen könnte. Damit wäre das gesamte Projekt der Aufklärung hinfällig. Aber wäre es dies nicht ohnehin, wenn es Hararis Erwartung gemäß zur Entwicklung einer völlig neuen Menschenart käme?